UNO: Versorgung Überlebender in Nepal bleibt "sehr, sehr, sehr schwierig"
Nach der Sturzflut im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet im Himalaya ist die Versorgung der Überlebenden weiterhin äußerst schwierig. Das Ausmaß der Katastrophe und der Zerstörungen sei "einfach unglaublich", sagte die UN-Vertreterin in Nepal, Lila Pieters Yahia, am Donnerstag in Kathmandu. Es sei "sehr, sehr, sehr schwierig", die Notleidenden zu erreichen und sie etwa mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen.
Nepals Außenminister Shisir Khanal sagte bei einem Treffen mit Diplomaten, die Lage im Katastrophengebiet sei noch "weitaus schlimmer" als die Bilder vermuten ließen. Nepals Behörden hätten alle verfügbaren Ressourcen mobilisiert, "aber das Ausmaß und die Komplexität dieser Katastrophe erfordern internationale Solidarität und Unterstützung", sagte Außenamtssprecher Lok Bahadur Poudel Chhetri. "Das Ausmaß der Schäden an Häusern, Straßen, Brücken, Wasserkraftwerken und anderen wichtigen Infrastrukturanlagen ist extrem groß."
Chhetri bat erneut um gezielte internationale Unterstützung: Nepal sei dringend auf Schwerlastdrohnen und Behelfsbrücken sowie auf Leichensäcke und DNA-Testeinheiten zur Identifizierung der Toten angewiesen. Wie UN-Vertreterin Pieters Yahia sagte, haben die Vereinten Nationen bereits mit der nepalesischen Regierung über den Einsatz von Hubschraubern und Frachtdrohnen bei den Hilfslieferungen beraten.
Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef sind im Katastrophengebiet auch mindestens 22.000 Kinder dringend auf Hilfe angewiesen. In den betroffenen Bezirken seien die Wasserversorgungssysteme – von kommunalen Anlagen bis hin zu größeren Versorgungsnetzen – beschädigt worden, teilte Unicef am Donnerstag mit. Auch sanitäre Einrichtungen wie Toiletten seien beschädigt oder zerstört. Gleichzeitig seien Familien in Gastfamilien und Notunterkünften auf engem Raum untergebracht. Dadurch steige das Risiko, dass durch verunreinigtes Wasser übertragene und ansteckende Krankheiten ausbrechen.
"Jede Mutter und jeder Vater in diesen Bezirken fragt sich nun mehrmals täglich: Wo kann ich Wasser bekommen, und ist es sicher, wenn ich es meinem Kind gebe?", berichtete die Unicef-Vertreterin in Nepal, Alice Akunga. Unicef hat nach eigenen Angaben bereits wichtige Hilfsgüter für Wasserversorgung, Sanitärversorgung und Hygiene für rund 19.000 Menschen in Rasuwa und Nuwakot bereitgestellt. Dazu gehören demnach mehr als 3800 Hygienesets, 3300 zusammenklappbare Zehn-Liter-Kanister, 3500 Eimer, 3500 Ein-Liter-Becher, 4000 Flaschen mit Wasseraufbereitungslösung und mehr als 1000 Planen.
T. MacDonald--SMC