Milliardeninvestition: Schwarz Gruppe plant riesiges Rechenzentrum bei Rostock
Angetrieben von erneuerbaren Energien soll nahe Rostock ein großes neues Rechenzentrum entstehen. Die Schwarz Gruppe, zu der Lidl und Kaufland zählen, will dafür bis 2033 bis zu 5,6 Milliarden Euro investieren, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) sagte bei einer Pressekonferenz in Schwerin, ihr Bundesland werde "in vielfacher Weise profitieren".
Das Land mache damit "endlich einen großen Schritt", das Thema erneuerbare Energien und Digitalisierung zu verbinden, sagte Schwesig. Die Schwarz Gruppe habe sich auch deshalb für Mecklenburg-Vorpommern entschieden, "weil wir hier grünen Strom in großen Mengen anbieten können".
Schwesig betonte, dass es in der Bauphase Aufträge für die heimische Wirtschaft geben werde - "insbesondere in der Bauwirtschaft und im Handwerk". Durch den Betrieb des Rechenzentrums entstünden dann bis zu 120 Arbeitsplätze, fügte die Ministerpräsidentin bei der Pressekonferenz hinzu.
Das Rechenzentrum soll helfen, die digitale Souveränität zu stärken: "Ziel der Landesregierung ist, dass wir unabhängiger von ausländischen Anbietern von Rechenzentren und Cloud- und KI-Anwendungen werden", erklärte Schwesig. "Wir sehen die Investitionsentscheidung der Schwarz Gruppe deshalb auch als Möglichkeit für mehr Unabhängigkeit und mehr Datensicherheit."
Entstehen soll das Rechenzentrum im Gewerbegebiet der Gemeinde Dummerstorf im Landkreis Rostock. Mit dem Beginn der Bauarbeiten ist nach derzeitigen Planungen im kommenden Jahr zu rechnen. 2033 soll das Rechenzentrum dann über eine Kapazität von 240 Megawatt (MW) verfügen. Zum Vergleich: Nach Angaben des Digitalverbands Bitkom erhöhten sich im Jahr 2025 die gesamten installierten Kapazitäten aller Rechenzentren und kleineren IT-Installationen in Deutschland um rund 250 MW auf insgesamt 2980 MW.
Nach Schwarz-Angaben werden die Kapazitäten des neuen Rechenzentrums einerseits für das eigene Ökosystem eingeplant. "Andererseits würde das Rechenzentrum die weitere Entwicklung und Skalierung souveräner IT-Lösungen stärken, gebündelt bei der IT- und Digitalsparte Schwarz Digits", erklärte die Gruppe. Damit gebe es auch "sehr konkrete Perspektiven", die Kapazität bis 2045 auf eine Anschlussleistung von einem Gigawatt auszubauen.
Die Schwarz-Gruppe führte zudem aus, dass für das geplante Rechenzentrum eine Absichtserklärung mit den Stadtwerken Rostock zur Nutzung der Abwärme vorliege. Ziel sei es, "die Abwärme des Rechenzentrums nachhaltig und zum Vorteil der kommunalen Wärmeplanung zur Verfügung zu stellen".
Am angedachten Standort ist demnach ein Anschluss an das 380-Kilovolt-Höchstspannungsnetz möglich, das den Transport großer Strommengen effizienter macht. Darüber hinaus begünstige das Klima "eine effizientere freie Kühlung über Umgebungsluft".
Gerd Chrzanowski von der Schwarz Gruppe erklärte: "Wir übernehmen unternehmerische Verantwortung und investieren nachhaltig in die Zukunft des Standorts Deutschland." Bereits im vergangenen November hatte die Gruppe den Bau eines Rechenzentrums in Lübbenau im Spreewald angekündigt.
S.Clark--SMC