Drogenbeauftragter: Tabaksteuer muss stärker erhöht werden als geplant
Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), hat sich dafür ausgesprochen, die von der Regierung geplante Erhöhung der Tabaksteuer im parlamentarischen Verfahren nach oben zu korrigieren. "Es ist nachgewiesen, dass es gesundheitspolitisch sinnvoller ist, wenn Preiserhöhungen auf Zigaretten auch spürbar sind", sagte Streeck der "Rheinischen Post" vom Samstag. Deswegen dürfe die geplante Erhöhung der Tabaksteuer "nicht so kleckerweise" kommen wie von der Bundesregierung geplant, sondern müssten kräftiger ausfallen.
Die bisherigen Pläne von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) sehen eine Erhöhung der Steuer um 40 Cent pro Zigarettenpackung und Jahr bis 2030 vor. Die Spirituosen-Steuer soll um 20 Prozent steigen. Der CDU-Abgeordnete Streeck zeigte sich zuversichtlich, dass es in der Unionsfraktion eine Mehrheit für eine deutlichere Erhöhung der Alkohol- und Tabaksteuer geben werde - und verteidigte die Pläne gegen Kritik.
Streeck verwies darauf, dass es 131.000 tabakbedingte Todesfälle im Jahr gebe. Die volkswirtschaftlichen Kosten des Rauchens beliefen sich auf rund 97 Milliarden Euro. Dem stünden etwa 15,6 Milliarden Euro Tabaksteuereinnahmen gegenüber. Der Preis von Zigaretten sei gerade bei Jugendlichen "eines der wirksamsten Präventionsinstrumente, die wir haben", sagte Streeck.
N.Fournier--SMC