Das Formel-1-Reife(n)zeugnis: Mexiko
Kimi Antonelli verwertet in Mexiko seinen zweiten WM-Matchball und ist der jüngste Weltmeister der Formel-1-Geschichte. Max Verstappen gewinnt schon wieder, Ferrari kämpft abermals mit sich selbst. Die Erkenntnisse des 19. WM-Laufs:
KIMI ANTONELLI: Das Wunderkind war froh, überhaupt im Ziel angekommen zu sein. "In der letzten Runde musste ich mich wieder ein bisschen zurücknehmen. Ich habe geheult und habe gar nicht mehr die Strecke gesehen. Dann habe ich wirklich langsam gemacht und das Ding nach Hause gebracht", sagte der neue Weltmeister Antonelli im Anschluss an seinen dritten Platz. Sein großer Triumph hatte sich seit Wochen und Monaten abgezeichnet. Mit welcher Konstanz, mit welcher mentalen Resilienz der 20-Jährige dem Druck im Titelrennen der Formel 1 standgehalten hat, beeindruckt. Es zeigt: Antonellis Limit ist ungewiss, weitere Titel scheinen nur logisch.
TOTO WOLFF: Der Erfolg von Antonelli ist zu großen Teilen auch sein Verdienst. "Nicht viele haben es geglaubt, aber wir haben es geglaubt", sagte der Mercedes-Teamchef bei Sky. Wolffs wilde Wette, einen Teenager als Nachfolger des zu Ferrari abgewanderten Rekordweltmeisters Lewis Hamilton zu benennen, zahlt sich aus. "Man muss bereit sein, ein Risiko einzugehen", sagte Wolff vor zwei Jahren und versprach: "Kimi wird sich als echter Volltreffer erweisen." Er sollte recht behalten.
MAX VERSTAPPEN: Mal wieder stand der Niederländer ganz oben. Von Startplatz fünf aus fuhr er nach ganz vorne zu seinem 74. Rennsieg. Es war sein sechster Erfolg in Mexiko. "Sie sollten es den Maxiko-Grand-Prix nennen", scherzte er. Drei Siege aus den jüngsten vier Rennen belegen die positive Entwicklung bei Red Bull. Das Team ist im Laufe der Saison konkurrenzfähig geworden und hat die Lücke zu Mercedes und Ferrari geschlossen. Ganz nebenbei hat Verstappen den zweiten Platz in der Fahrerwertung übernommen.
FERRARI: "Wir haben große Probleme. Sehr große Probleme", funkte Lewis Hamilton noch im Auto düster. Auf den Plätzen eins und zwei gingen er und Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc in die erste Kurve. Doch statt Teamwork zu betreiben, duellierten sich die Piloten hart. "Leider war das Rennen schon in den ersten beiden Kurven verloren. Es ist schade, denn wir hätten uns in diesem Rennen leicht auf Platz eins und zwei fahren können, wenn wir als Team zusammengearbeitet hätten", monierte Hamilton. Der Brite kündigte interne Gespräche an: "Es wird sicher nicht einfach, aber es muss sein."
G.Boudreau--SMC